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Pflege - ein wichtiges Thema - auch 2010
Obwohl seit 2005 Personen ohne Kinder einen Zusatzbeitrag in die Pflegeversicherung zahlen müssen ist das Defizit innerhalb der gesetzlichen Pflegeversicherung gestiegen. Die Reserven haben den niedrigsten Stand seit der Einführung im Jahr 1996 erreicht. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilt mit, dass bis 2030 etwa 58 Prozent mehr Pflegebedürftige und zwölf Prozent mehr Krankenhausbehandlungen im Vergleich zu heute existieren könnten.
Experten fordern eine rasche Reform der Pflegeversicherung und zumindest die Einführung einer kapitalgedeckten Ergänzung. Professor Bert Rürup bezeichnete die Pflegeversicherung sogar als das am meisten reformbedürftige System in der Sozialversicherung. Eine erste Stufe dazu wurde zum 1.7.2008 erreicht. Politisch wird in 2010 angedacht, zur gesetzlichen Pflege zusätzliche private Verträge vorzuschreiben.
Das Bundesministerium für Gesundheit hat viele informative Seiten zusammengestellt. Klicken Sie hier zur Weiterleitung. Sie können sich telefonisch zu zentralen Fragen der Pflege informieren. Verbraucherzentralen und Betriebskrankenkassen haben Informations- und Beratungstelefone; Telefon-Hotlines stehen zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung (0 180 3770 500-1), Beratung zu Heim- und Pflegedienstverträgen (0 180 3770 500-2) und alternative Wohnformen (0 180 3770 500-3) zur Verfügung.
Infos zur “Pflegestufe Null“: Wenn die Pflegestufe I nicht erreicht wird, aber dennoch pflegerische Unterstützung benötigt wird und damit entsprechende Kosten anfallen, wird von “Pflegestufe Null” gesprochen. Betroffen sind aktuell in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen. Der Bundesfinanzhof hat nun mit Urteil vom 10.05.2007 (AZ 111 R 39/051) anerkannt, dass solche Kosten als ausserordentliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden können wenn Pflegebedürftige Steuern zahlen und in einem Wohn- oder Pflegeheim untergebracht sind. Bedingung ist dass die Pflegeleistung getrennt von Unterbringungskosten ausgewiesen werden.
Die von der aktuellen Bundesregierung geplante zusätzliche, obligatorische und individualisierte kapitalgedeckte Pflege-Zusatzversicherung wird 2010 voraussichtlich nicht mehr kommen. Zum aktuellen Diskussionsstand wurde unter Führung des Gesundheitsministerium eine interministerielle Arbeitsgruppe gebildet. Die Diskussion sei noch völlig offen, Vorentscheidungen seien noch nicht getroffen worden.
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